Cusco, Peru

Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.

Überblick

Cusco war die Hauptstadt des Inkareichs und liegt auf 3.399 Metern in den peruanischen Hochanden – Ausgangspunkt für das Heilige Tal, Machu Picchu und eine der dichtesten Konzentrationen aus Inka- und Kolonialarchitektur auf dem amerikanischen Kontinent.

Inka-Archäologie und Steinbautradition

Qorikancha, Sacsayhuamán, Qenqo, Tambomachay und Pisac – die dichteste Abfolge an Inka-Monumenten in den Anden, mit dem Boleto Turístico General (BTG, ca. PEN 130) gebündelt zugänglich.

Kolonialarchitektur der Cusco-Schule

Kathedrale, La Compañía, Santo Domingo auf Qorikancha-Fundamenten und das Klosterviertel – peruanische Kolonialkunst des 17. und 18. Jahrhunderts in situ.

Heiliges-Tal-Archäologie

Terrassenanlagen, Marktorte und Festungsarchitektur zwischen Pisac und Ollantaytambo – kombinierbar mit einer Übernachtung im Tal für bessere Akklimatisierung.

Bahngestützte Machu-Picchu-Reise

PeruRail- oder Inca-Rail-Verbindung von Ollantaytambo (1,5 Std.) nach Aguas Calientes mit separaten Zeitfenstertickets für die Stätte selbst.

Andinische Kulinarik und Märkte

Cuy al horno, Chicharrón, Chicha morada und Mercado San Pedro – Cuscos eigenständige Hochlandküche abseits der Tourismusrestaurants.

Südanden-Knotenpunkt

Weiterreisebasis für Puno und Titicacasee (5–6 Std.), Arequipa (5–6 Std.) und Busverbindungen in den Amazonas-Vorraum.

Geschichte

Der Name Cusco leitet sich vom Quechua-Begriff Qusqu (‚Nabel der Welt') ab – die Stadt war nach Inkakosmologie der Mittelpunkt des Reichs Tawantinsuyu. Die Stadtanlage unter Pachacútec (1438–1471) folgte einer Puma-Grundriss-Symbolik: Sacsayhuamán als Kopf, Zusammenfluss der Flüsse Saphi und Tullumayu als Körper. Francisco Pizarro ließ die Stadt nach der Einnahme 1533 weitgehend stehen – zu bedeutend als Handelszentrum, zu gut als Fundament für Kirchen –, doch ein Großbrand 1536 im Zuge der Inka-Belagerung unter Manko Inka zerstörte Teile der Bausubstanz. Das Erdbeben von 1650 richtete erhebliche Schäden an, aus denen viele der heutigen Barockfassaden hervorgingen. Die UNESCO-Welterbeanerkennung für das historische Zentrum erfolgte 1983.

Kultur

Cuscos Küche ist altiplanisch: erdige Zutaten, langsame Garmethoden, starke Kartoffelvielfalt. Cuy al horno (Meerschweinchen aus dem Ofen, PEN 80–120) wird ganzen serviert und gilt als Festtagsgericht – unbedingt in einem Lokal mit guter Bewertung probieren, nicht in der billigsten Touristenfalle. Chicharrón norteño (Schweinefleisch auf weißen Mais mit Minzchutney) ist das klassische Frühstück. Rocoto relleno (gefüllter Chili) erscheint auf den Speisekarten als Hauptgang; Anticuchos (Rinderherz-Spieße) kommen abends von Straßenständen auf der Plaza. San Pedro Markt ab 06:00 für Fruchtsäfte, Bäckerei und günstige Almuerzo-Menüs (PEN 12–18). Feste: Inti Raymi – Fest der Sonne (24. Juni, Sacsayhuamán): größtes Kulturfest der Anden mit ca. 600 Darstellern in Inkagewändern; Tickets für die Hauptzeremonien im Voraus kaufen, Qoyllur Riti (variable Datum, Mai/Juni, 57 km von Cusco auf 4.900 m): von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannter Berggletscher-Pilgermarsch, Semana Santa (Karwoche, März/April): Prozessionen durch die Altstadt, Sternenhimmel-Nächte auf der Plaza de Armas; größte Osterveranstaltung Südperus, Virgen del Carmen (16. Juli, Pisac und Paucartambo): farbenfrohe Andentanzfeste in den Taldörfern, besonders beeindruckend in Paucartambo, Cusco-Stadtjubiläum (24. Mai): Militärparaden und Trachtenaufmärsche auf der Plaza. Museen: Museo Inca (Cuesta del Almirante 103) – vorkolumbische Keramik, Goldschmuck und Mumien, einer der besten Museen der Stadt, Museo de Arte Religioso (Palacio Arzobispal) – koloniale Gemäldegalerie im ehemaligen Erzbischofspalast auf Inka-Fundamenten, Museo Machu Picchu (Casa Concha, Santa Catalina Ancha 320) – Fundstücke aus den Yale-Ausgrabungen, erstmals 2011 nach Peru zurückgebracht, Qorikancha Museo de Sitio – Ausstellungsräume des Sonnentempels mit vorkolumbischen Funden aus der Stätte, Museo de Arte Precolombino – MAP (Plaza Nazarenas 231) – südamerikanische Vorkolonialkunst in einem kolonialen Palastgebäude.

Praktisches

Sicherheit: Altstadt und Tourismusbereiche sind tagsüber sicher. Wertgegenstände und Smartphone sichtbar tragen ist in belebten Gassen und am Mercado San Pedro riskant. Für späte Taxis: Hotelrezeption ansprechen statt auf der Straße winken – vertrauenswürdige Fahrer sind in der Vorsaison (April/Mai) und Hochsaison (Juli/August) besonders wichtig. Sprache: Spanisch ist Amtssprache; Quechua hat in Cusco und Umgebung starke alltagspräsenz. Deutsch wird in touristischen Betrieben selten gesprochen; Englisch ist in Hotels und Reisebüros verfügbar. Für tiefergehende Führungen empfiehlt sich ein deutschsprachiger Privatguide – in Cusco buchbar über spezialisierte Agenturen. Währung: Peruanischer Sol (PEN). Eintrittsgelder an den meisten Stätten ausschließlich bar. Karten in Hotels und gehobenen Restaurants akzeptiert. Geldautomaten am Av. El Sol und Plaza de Armas. Wechselstuben entlang der Av. El Sol bieten kompetitive Kurse für Euro.
Reiseüberblick

Cusco liegt auf 3.399 Metern Höhe – das ist rund 400 Meter höher als Arequipa und gut 900 Meter über dem Heiligen Tal. Wer direkt aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz über Lima anreist, landet in einer Höhe, die an den ersten ein bis zwei Tagen deutliche Erschöpfung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen verursachen kann. Die peruanische Bezeichnung dafür ist Soroche; die Empfehlung ist einheitlich: erster Tag ruhig, keine Wanderungen, kein Alkohol, ausreichend trinken. Mate de Coca (Kokatee, in jedem Hotel gratis) hilft. Das Stadtbild entlang der Plaza de Armas und in den umliegenden Gassen zeigt, was das Inkareich an Steinverarbeitungskunst hinterlassen hat: meterhohe Polygonalmauern aus präzise gefügten, nicht mörtelgebundenen Andesitstücken tragen heute noch spanisch-koloniale Kirchen und Mansionen. Die wichtigsten Orte des Stadtzentrums liegen in Fußdistanz, wenngleich kurze Anstiege in dieser Höhe deutlich anstrengender als auf Meereshöhe sind. Für die Außenstationen – Sacsayhuamán, Pisac, Ollantaytambo, Moray – ist der Boleto Turístico General (BTG, ca. PEN 130) die zentrale Eintrittskarte; er gilt für 16 Stätten und wird am Büro Av. El Sol 103 oder online gekauft. Die Bahnverbindung nach Machu Picchu läuft über PeruRail und Inca Rail; Tickets sind in der Hochsaison (Juni–August) Wochen im Voraus ausgebucht.

Cusco entdecken

Die Plaza de Armas ist der Mittelpunkt des Stadtlebens – flankiert von der Kathedrale (1654, Eintritt PEN 25, Innenraum mit kolonialem Gemäldezyklus und der berühmten 'Cusco-Schule' der Malerei) und der Jesuitenkirche La Compañía. Direkt darunter liegt das Qorikancha, der ursprüngliche Goldene Tempel der Sonne (Eintritt PEN 15) – das vielleicht reichste Gebäude des Inkareichs, dessen Mauern einst mit Goldplatten verkleidet waren; heute trägt es das Kloster Santo Domingo. In der Calle Hatunrumiyoc, eine Gasse nordöstlich des Platzes, befindet sich der berühmte zwölfeckige Stein in einer original erhaltenen Inkamauer – ein Klassiker für Geometrieinteressierte. Die Calle Loreto südlich der Plaza ist ein weiteres authentisches Inkamauersegment auf rund 200 Metern.